Dr. Fuchs – (CAS   / ECA) SOLUTION Focus Coaching ©

Gelassenheit – die Kunst, nicht alles kontrollieren zu müssen

Was wir beeinflussen können – und was wir besser loslassen

Es gehört wahrscheinlich zu den verständlichsten menschlichen Bedürfnissen, das eigene Leben möglichst gut im Griff haben zu wollen. Wir planen, organisieren, sorgen vor, treffen Entscheidungen und versuchen, Entwicklungen vorauszudenken. Vieles davon ist sinnvoll. Es gibt uns Orientierung und vermittelt das Gefühl, auf das, was kommt, vorbereitet zu sein.

Doch das Leben hält sich nicht immer an unsere Pläne.

Menschen verändern sich. Beziehungen entwickeln sich anders als erwartet. Im Beruf entstehen Situationen, die wir nicht vorhersehen konnten. Die Gesundheit lässt sich trotz aller Vorsorge nicht vollständig absichern. Und manchmal genügt ein einziges unerwartetes Ereignis, um eine sorgfältig geplante Ordnung innerhalb kurzer Zeit durcheinanderzubringen.

Gerade dann zeigt sich, wie schwierig es sein kann, zwischen dem zu unterscheiden, was wir tatsächlich beeinflussen können – und dem, was außerhalb unserer Kontrolle liegt.

Viele Menschen reagieren auf Unsicherheit zunächst mit noch mehr Kontrolle. Sie denken Situationen wieder und wieder durch, spielen mögliche Entwicklungen im Kopf durch, suchen nach zusätzlichen Informationen oder versuchen, jedes denkbare Risiko möglichst früh auszuschließen.

Das ist nachvollziehbar. Unser Denken möchte Sicherheit herstellen. Wenn wir nur lange genug überlegen, so die Hoffnung, werden wir irgendwann jene Lösung finden, die jedes Risiko beseitigt.

Doch absolute Sicherheit gibt es im Leben nur selten.

Und genau hier kann aus einem ursprünglich hilfreichen Bedürfnis nach Kontrolle eine Belastung werden. Denn je stärker wir versuchen, auch das Unkontrollierbare kontrollieren zu wollen, desto mehr Aufmerksamkeit, Kraft und Lebensenergie investieren wir in etwas, das sich unserem Einfluss ohnehin entzieht.

Gelassenheit beginnt nicht dort, wo uns alles gleichgültig wird. Sie beginnt dort, wo wir lernen, unseren Einfluss realistisch einzuschätzen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Gelassenheit bedeutet keineswegs, Probleme zu ignorieren, Verantwortung abzugeben oder darauf zu hoffen, dass sich schwierige Situationen von selbst erledigen. Im Gegenteil: Ein gelassener Mensch kann sehr entschieden handeln. Er konzentriert seine Energie jedoch möglichst auf jene Bereiche, in denen sein Handeln tatsächlich etwas bewirken kann.

Wir können nicht kontrollieren, wie andere Menschen über uns denken. Aber wir können entscheiden, wie wir ihnen begegnen.

Wir können nicht verhindern, dass das Leben Veränderungen mit sich bringt. Aber wir können beeinflussen, wie wir mit diesen Veränderungen umgehen.

Wir können nicht jede Enttäuschung vermeiden. Aber wir können lernen, uns von einer Enttäuschung nicht dauerhaft bestimmen zu lassen.

Und wir können auch nicht jede Sorge verhindern, die in unserem Kopf auftaucht. Wir können jedoch lernen, nicht jedem Gedanken dieselbe Bedeutung zu geben.

Gerade dieser letzte Punkt ist für viele Menschen wichtig. Gedanken besitzen eine erstaunliche Fähigkeit, sich wie Tatsachen anzufühlen. Ein „Was wäre, wenn …?“ kann innerhalb weniger Augenblicke eine ganze Kette möglicher Katastrophen entstehen lassen. Der Körper reagiert darauf häufig, als wäre das Gedachte bereits Wirklichkeit.

Dabei ist vieles, worüber wir uns sorgen, zunächst genau das: ein Gedanke über etwas, das möglicherweise geschehen könnte.

Gelassenheit bedeutet deshalb auch, zwischen einer realen Herausforderung und einer gedanklich vorweggenommenen Herausforderung unterscheiden zu lernen.

Das klingt einfacher, als es manchmal ist. Wer über Jahre daran gewöhnt ist, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und Dinge unter Kontrolle zu halten, kann das Loslassen zunächst sogar als unangenehm erleben. Besonders verantwortungsbewusste und leistungsorientierte Menschen kennen dieses Gefühl häufig sehr gut.

Doch Loslassen heißt nicht, dass einem etwas nicht mehr wichtig ist.

Es bedeutet vielmehr, Verantwortung dort zu übernehmen, wo Verantwortung möglich ist – und sich nicht zusätzlich für das verantwortlich zu machen, was man ohnehin nicht bestimmen kann.

Manchmal hilft dabei eine erstaunlich einfache Frage:

„Kann ich daran jetzt konkret etwas verändern?“

Wenn die Antwort Ja lautet, kann der nächste Schritt überlegt und umgesetzt werden.

Wenn die Antwort Nein lautet, besteht die Herausforderung nicht mehr darin, das Problem zu lösen. Dann besteht sie möglicherweise darin, die Unsicherheit auszuhalten, ohne ihr die gesamte Aufmerksamkeit zu überlassen.

Das ist keine passive Haltung. Im Gegenteil. Es braucht häufig Mut, anzuerkennen, dass wir nicht alles kontrollieren können.

In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Menschen, die über lange Zeit versucht haben, mit großer Anstrengung gegen Unsicherheit, Stress oder belastende Gedanken anzukämpfen. Oft entsteht eine erste Entlastung nicht dadurch, dass plötzlich alle Schwierigkeiten verschwinden. Sie entsteht vielmehr dann, wenn der innere Kampf etwas leiser wird und der Blick wieder auf das gerichtet werden kann, was tatsächlich gestaltbar ist.

Claudia beschreibt eine solche Erfahrung in ihrer Rückmeldung sehr treffend:

„Manchmal hat man mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen und man verliert sich leicht im Kreislauf des Stresses und auch ‚sich selbst‘ aus den Augen. Herr Dr. Fuchs hat mich rasch aufgefangen und ich konnte gestärkt aus dieser anstrengenden Zeit gehen.“

Ihre Worte zeigen etwas Wesentliches: Schwierige Zeiten lassen sich nicht immer verhindern. Entscheidend ist jedoch, ob es gelingt, sich selbst darin nicht dauerhaft zu verlieren.

Vielleicht ist Gelassenheit deshalb weniger ein Zustand, den man irgendwann erreicht, als vielmehr eine Haltung, zu der man immer wieder zurückkehren kann.

Manches verlangt unser Handeln.
Manches verlangt Geduld.
Manches braucht eine Entscheidung.
Und manches dürfen wir schlicht nicht weiter mit uns herumtragen.

Wer diese Unterschiede zunehmend erkennt, muss nicht weniger Verantwortung übernehmen. Oft geschieht sogar das Gegenteil: Die eigene Kraft steht wieder dort zur Verfügung, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Denn wir können nicht bestimmen, was das Leben uns vor die Tür stellt.

Aber wir können immer wieder neu entscheiden, wie viel Raum wir dem geben, was wir ohnehin nicht verändern können.

 

 

Dr. Christian Fuchs Hypnosetherapeut

Dr. Christian Fuchs, MBA, CSE
Dipl. Coach (CAS  / ECA)
Psychologische Beratung & Hypnose Coaching

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